Disclaimer: In der Rubrik „Meinung“ kommen einzelne Jungsozialisten aus Troisdorf zu Wort, um ihre ganz persönlichen politischen Ansichten zu teilen. Es spiegelt daher nicht zwangsläufig die Meinung des Vorstands oder der gesamten Arbeitsgemeinschaft wider


Troisdorf, 11. Oktober 2017: Könnt ihr euch noch an den Tag der deutschen Einheit erinnern? Ich nicht; mich gab es damals noch nicht. Warum schreibe ich also meine Gedanken zur deutschen Einheit auf? – Weil sie mich trotzdem bewegt.

Wenn ich an die Fernsehbilder der Nacht des Maucrfalls denke, kommt mir diese Stimmung, die man so gerne einatmen möchte, vor wie ein Märchen. Der von manchem vielleicht kaum für möglich gehaltene, aber doch Wirklichkeit gewordene, gewaltlose Erfolg der Menschlichkeit. Träume, die auf dem leisen aber kraftvollen Weg des Friedens und der Liebe, nicht durch die dröhnende Schnellstraße Hass und Gewalt zur Realität wurden. Einer Realität, die meine Generation nur noch als solche kennt, die die Gestalt ihres Geschenks etwas verloren und etwas mehr alltäglich geworden ist.

Aber trotzdem sollten wir uns bewusst machen, dass all diese Idylle und Freude des Erfolges nicht selbstverständlich, und scheinbar auch nicht für alle Menschen in unserem Land im Alltag wahrnehmbar ist. Die innerdeutsche Mauer ist gefallen, aber es gibt viele weitere neue und alte Mauern, die geöffnet werden können, auch wenn es nicht bei jeder gelingt. Nach innen und außen können wir Mauern überwinden: zu den Enttäuschten, die sich alleine gelassen fühlen, und zu den Starken, die drohen Opfer ihrer eigenen Schwächen zu werden. Dabei dürfen wir auch unsere eigenen Schwächen nicht außer Acht lassen, denn sie lassen die Mauern oft höher erscheinen, als sie sind.

Es erfordert meiner Meinung nach nicht nur Dialogbereitschaft, sondern auch Respekt und Akzeptanz von Dingen, die für uns fremd sind, die wir ganz anders, vielleicht „besser“ machen würden. Es erfordert, dass wir mit Mut Freiheiten gewähren, anstatt sie mit Sanktionen zu nehmen.

Um diesen Mut zu haben, und den Mut keinem Land und keinen Menschen den Stempel des „Bösen“ aufzudrücken, können wir an solche Märchen wie den Mauerfall und die deutsche Einheit denken. Ich glaube, dass der „Tisch der Brüderlichkeit“, von dem Luther King einst träumte, nicht nur zwischen Schwarzen und Weißen, sondern zwischen allen Völkern und allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern möglich ist. Denn ein schwarzer Stein wirkt nur fremd, wenn er auf einem weißen Sandstrand liegt.
Nachhaltig können wir dies nicht mit bloßer Gewalt erreichen, sondern mit gegenseitigem Verständnis füreinander. Wir dürfen nur nicht aufhören zu träumen.

Euer Niels Schwung

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