Disclaimer: In der Rubrik „Meinung“ kommen einzelne Jungsozialisten aus Troisdorf zu Wort, um ihre ganz persönlichen politischen Ansichten zu teilen. Es spiegelt daher nicht zwangsläufig die Meinung des Vorstands oder der gesamten Arbeitsgemeinschaft wider


Troisdorf, 22. November 2017: Es ist leicht zu sagen, dass die SPD sich momentan aus der Verantwortung stiehlt, weil sie sich einer großen Koalition verweigert. Aber es gibt meiner Meinung nach noch eine andere Sicht der Dinge, die ich in der Berichterstattung bisher etwas vermisse: Ist es denn keine verantwortungsvolle Haltung, wenn man seine eigene Glaubwürdigkeit, und damit auch ein Stückweit die Glaubwürdigkeit unseres demokratischen Systems, bewahren möchte?

Wenn wir als SPD jetzt doch noch in die Verhandlungen zu einer großen Koalition eintreten, trotz des Wahlergebnisses und obwohl wir das so heftig ausgeschlossen haben, dann wäre das zwar aus der einen Sicht heraus eine Notlösung, für die uns der ein oder andere loben wird. Andererseits haben wir bei der letzten Bundestagswahl aber deutlich gezeigt bekommen, dass wir einige Leute in unserem Land enttäuscht haben. Ich finde es wichtig, dass wir diesen und auch vielen anderen Leuten zeigen, dass so etwas nicht einfach mal so an uns vorübergeht. Dass es nicht egal ist, wo man sein Kreuz setzt, weil sich sowieso nichts ändert und immer nur dieselben Gesichter an der Macht bleiben. Ich denke, dass es nicht nur im Sport dazu gehört, eine Niederlage anzuerkennen. Ich habe im Wahlkampf Menschen getroffen, die nicht (mehr) der Meinung waren, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewegen können. Wäre nicht ein solch konsequentes Anerkennen des Wahlergebnisses eine Möglichkeit, diese Leute zurückzugewinnen? Ich kann mir sogar vorstellen, dass rücksichtslose Zwangskoalitionen der AfD und ähnlichen Bewegungen und Anschauungen mehr nützen werden als Neuwahlen.

Es ist eine Form der Verantwortung für den Staat, die Regierung zu bilden. Aber es ist auch eine Form der Verantwortung die Glaubwürdigkeit der repräsentativen Demokratie zu bewahren und vielleicht sogar bei dem ein oder anderem ein Stückweit wiederherzustellen.

Niels Schwung

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